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Wie viele Sätze Liegestütze? 3 Sätze bis zum Versagen, 3×/Woche

3 studies · Int J Sports Med, J Strength Cond Res

Wie viele Sätze Liegestütze solltest du machen? 3 Sätze bis zum Versagen, 3×/Woche: +16 % Arm- und +27 % Core-Umfang in 8 Wochen – laut einer Sling-Push-up-Studie von 2019.

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Wie viele Sätze Liegestütze? 3 Sätze bis zum Versagen, 3×/Woche

Die Antwort: 3 Sätze, 3-mal pro Woche

Heute machen wir’s ganz einfach: 3 Sätze Liegestütze pro Einheit, 3-mal pro Woche – das reicht, um spürbar Muskeln aufzubauen.

Das ist keine Bauchgefühl-Schätzung. Forscher haben 8 Männer genau so trainieren lassen – 3 Sätze bis zum Versagen, 3 Einheiten pro Woche, 8 Wochen lang – und zwar mit suspended (sling) push-ups (also Liegestützen an Schlingen). Danach haben sie gemessen, was passiert ist: Die Dicke der Ellenbogenstrecker (Trizeps) stieg um 16 %. Der Rectus abdominis – dein „Haupt-Bauchmuskel“ – legte um 27 % zu. Der äußere schräge Bauchmuskel um 14 % (Kohiruimaki et al., 2019).

Bevor du dich also fragst, ob du 5 Sätze brauchst, 10 oder irgendeine komplizierte Liegestütz-Leiter: 3 Sätze bis zum Versagen, 3 Tage pro Woche, bewegen bei Armen und Core schon richtig was.

2 wichtige Einschränkungen nennt die Studie aber ganz klar: Trainiert wurde eine schwerere Variante an Schlingen – und es gab keine Veränderung bei der Maximalkraft (Ellenbogenstrecken, Ellenbogenbeugen oder 1RM Bankdrücken). Der Umfang ging hoch, die maximale Kraft nicht. Was du daraus gut mitnehmen kannst, ist vor allem die Satz-Struktur.

3 Sätze Sling-Push-ups bis zum Versagen, 3×/Woche: +16 % Trizeps-Umfang, +27 % Bauchmuskel-Umfang in 8 Wochen.

Kohiruimaki et al. (2019). Suspended Push-up Training Augments Size of not only Upper Limb but also Abdominal Muscles. Int J Sports Med.

Warum „bis zum Versagen“ wichtiger ist als eine feste Wiederholungszahl

Die Kohiruimaki-Studie hat nicht gesagt: 10 Wdh. oder 15 Wdh. Sie hat gesagt: Sätze bis zum Versagen – also so lange, bis wirklich keine saubere Wiederholung mehr geht.

Warum? Weil die harten Wiederholungen am Ende vom Satz den größten Wachstumsreiz setzen. Die EMG-Aktivität – grob gesagt: wie stark deine Muskeln gerade „feuern“ – stieg in den Bauchmuskeln von 46 % auf 88 % vom Maximum, und im äußeren schrägen Bauchmuskel von 32 % auf 50 %, je näher die Teilnehmer beim Sling-Push-up ans Versagen kamen (Kohiruimaki et al., 2019). Die letzten paar Wiederholungen holen die meisten Muskelfasern ins Boot.

Ein Satz mit 8 Wdh., den du locker abbrichst, ist nicht das Gleiche wie 8 Wdh., bei denen dich Wdh. 8 fast zerlegt. Wenn du 20 leichte Liegestütze runterkurbelst, musst du weiter gehen – oder die Übung schwerer machen. Dazu gleich mehr.

Wenn du tiefer einsteigen willst, wie hart du pro Satz gehen solltest: training to failure.

Welche Muskeln Liegestütze wirklich trainieren

Liegestütze sind eine Brust-Übung, die gleichzeitig Trizeps, vordere Schulter (anteriorer Deltamuskel) und deinen Core mittrainiert – alles in einem.

Eine Querschnittsstudie – also eine Untersuchung, bei der Forscher in einer Session die Muskelaktivität bei verschiedenen Liegestütz-Varianten vergleichen – hat bestätigt: Der Pectoralis major (deine Brust) arbeitet bei den 3 getesteten Varianten ähnlich stark – Boden, Hände auf dem Ball, Füße auf dem Ball (Bezerra et al., 2020). Die Variante verschiebt eher, welche „Nebenmuskeln“ mehr abbekommen – die Brust bleibt konstant dabei.

Und dein Core arbeitet mehr, als die meisten denken. In der Kohiruimaki-Studie mit Sling-Push-ups war das Bauchmuskel-Wachstum (27 % im Rectus abdominis) sogar größer als das Arm-Wachstum (16 %). Wenn du Core-Training oft skipst, aber Liegestütze machst, trainierst du deine Bauchmuskeln wahrscheinlich schon mehr, als du glaubst.

Wenn du’s visuell sehen willst: Das muscle anatomy zeigt dir genau, wo die Muskeln sitzen.

Wie viele Sätze Klimmzüge solltest du machen – und wie Liegestütze im Vergleich abschneiden

Klimmzüge und Liegestütze sind zwei Seiten derselben Medaille. Liegestütze drücken – Brust, Trizeps, vordere Schulter. Klimmzüge ziehen – Lat, Bizeps, hintere Schulter.

Die Satz-Empfehlung ist bei beiden gleich: 3 Sätze bis zum Versagen, 3-mal pro Woche ist eine starke Start-Struktur. Die Idee dahinter ist identisch: nah genug ans Versagen, damit du die „schwer zu aktivierenden“ Muskelfasern erwischst – dann erholen und wiederholen.

Ein praktischer Unterschied: Viele schaffen am ersten Tag keine 10 Klimmzüge. Wenn das bei dir so ist, starte mit 2 Sätzen und pack den 3. dazu, sobald du pro Satz mindestens 5 saubere Wiederholungen schaffst. Bei Liegestützen ist es oft andersrum: Wenn Standard-Liegestütze zu leicht werden, musst du sie anders belasten (Füße erhöht, Gewichtsweste oder Schlingentrainer), damit der Reiz hoch genug bleibt.

Wenn du dir das Wochen-Volumen pro Muskelgruppe genauer anschauen willst, lies das hier am besten direkt dazu: how many sets per muscle group per week.

Welche Liegestütz-Variante solltest du nehmen?

Der normale Liegestütz am Boden ist der beste Standard. Aber je nach Variante bekommen bestimmte Muskeln mehr Arbeit.

Füße auf dem Swiss Ball: mehr Trizeps und Bauch. Bezerra et al. (2020) haben gemessen, dass die Trizeps-Aktivität deutlich höher war, wenn die Füße auf einer instabilen Erhöhung waren, als beim stabilen Boden-Liegestütz. Auch die Bauchmuskel-Aktivierung war im Vergleich zur Standard-Version deutlich höher.

Hände auf dem Swiss Ball: am meisten Trizeps und Bauch – aber weniger vordere Schulter. Die Aktivität des anterioren Deltamuskels (vordere Schulter) sank deutlich, wenn die Hände auf dem Ball waren statt auf dem stabilen Boden (Bezerra et al., 2020). Wenn dir Schulteraufbau wichtig ist, ist „Hände auf dem Ball“ nicht die beste Wahl.

Schlingen-/Suspension-Liegestütze: mehr Kraft und Ausdauer. Lima et al. (2018) haben ein 8-wöchiges progressives Liegestütz-Programm getestet und ein instabiles Schlingen-System mit normalen Boden-Liegestützen verglichen. Die instabile Gruppe legte bei der isometrischen Chest-Press-Kraft um 9,2 % mehr zu. Und am Ende machte die stabile Gruppe auf dem Boden 33,8 % weniger Wiederholungen als die instabile Gruppe – heißt: Die schwerere Variante hat allgemein mehr „Kapazität“ aufgebaut, nicht nur Balance-Skill auf dem Wackelteil. (Die Studie hat Kraft und Ausdauer gemessen, nicht Muskelumfang.)

Die Brust-Aktivierung war bei den 3 Varianten, die Bezerra gemessen hat, ähnlich. Wenn Brust dein Fokus ist, reicht der Standard-Liegestütz völlig. Mach’s erst komplizierter, wenn du mehr Herausforderung brauchst oder einen bestimmten „Nebenmuskel“ stärker treffen willst.

So steigerst du dich, wenn Liegestütze zu leicht werden

Sobald aus „3 Sätze bis zum Versagen“ plötzlich „3 Sätze mit 30 lockeren Wiederholungen“ werden, ist der Wachstumsreiz weg. Dann brauchst du einen härteren Reiz – nicht mehr Sätze.

Hier ist eine einfache Progressions-Leiter:

1. Standard-Liegestütz – den zuerst sauber beherrschen. Wenn du keine 5 sauberen Wdh. schaffst, starte mit Knien am Boden.
2. Liegestütz mit erhöhten Füßen – Füße auf Bank oder Step. Das schiebt mehr Last Richtung obere Brust und macht die Übung insgesamt anspruchsvoller.
3. Weighted Push-up – eine Scheibe auf dem Rücken oder eine Gewichtsweste. Mehr Last, gleiche Bewegung.
4. Suspension Push-up – Hände oder Füße in Schlaufen. Die Instabilität fordert Trizeps und Core stärker und bringt – wie Lima et al. (2018) gezeigt haben – langfristig bessere Kraftzuwächse, als immer nur am Boden zu bleiben.

Das Prinzip dahinter ist progressive Überlastung – du machst die Bewegung von Einheit zu Einheit schwerer, damit dein Körper sich weiter anpasst. Das ist dieselbe Regel wie bei jeder anderen Übung. progressive overload training erklärt dir genau, wie du das praktisch umsetzt.

Pack nicht einfach Sätze drauf, nur weil du denkst, du müsstest „mehr“ machen. Mach’s schwerer.

Schlingen schlugen den Boden: Die instabile Gruppe gewann über 8 Wochen 9,2 % mehr isometrische Chest-Press-Kraft.

Lima et al. (2018). Superior Training-Specific Adaptations With an 8-Week Yoak Push-up Training Program. J Strength Cond Res.

So setzt Planfit das um

Planfit baut Liegestütze je nach Trainingslevel und Ziel entweder als Hauptübung oder als Aufwärm-Drill ein. Die App loggt deine Sätze und Wiederholungen pro Einheit und checkt, ob du dich steigerst. Wenn du bei Standard-Liegestützen nicht mehr vorankommst, stupst sie dich Richtung schwerere Variante oder mehr Zusatzgewicht. Und der Pausentimer sagt dir genau, wie lange du zwischen den Sätzen erholen sollst – damit du die Pause nicht zu kurz machst und dir den Wachstumsreiz kaputtkürzt.

Quellen

  1. Kohiruimaki M et al. (2019). Suspended Push-up Training Augments Size of not only Upper Limb but also Abdominal Muscles.. Int J Sports Med. 10.1055/a-0989-2482
  2. Bezerra ES et al. (2020). Effect of push-up variations performed with Swiss ball on muscle electromyographic amplitude in trained men: A cross-sectional study.. J Bodyw Mov Ther. 10.1016/j.jbmt.2019.09.004
  3. Lima C et al. (2018). Superior Training-Specific Adaptations With an 8-Week Yoak Push-up Training Program.. J Strength Cond Res. 10.1519/JSC.0000000000002735